Peter Hochreutener
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GOLDACH Der «Trompeten-Peter» und die Benefizanlässe

Am vergangenen Wochenende fand in Goldach das Benefizkonzert mit dem «AlPan-Duo» statt – organisiert von Peter Hochreutener, der die Musik über alles liebt.

«Wie Friedrich Nietzsche schon sagte: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Mein Leben wäre ohne sie nicht vorstellbar», sagt Peter Hochreutener aus Goldach. Dank des beherzten Musiklehrers ist es gelungen, ein Benefizkonzert zu machen, bei dem rund 7300 Franken zusammenkamen. Dieses Geld wird nun von Walter und Madeleine Gnädinger nach Tansania überbracht. Es soll Kindergärten für Schulmaterial zur Verfügung gestellt werden.

«Da bin ich ein alter Fuchs»

«Die Kirche war proppenvoll und die Rückmeldungen nach dem Konzert waren überwältigend», erzählt Hochreutener sichtlich stolz. Dank seiner Bekanntschaft mit Kurt Ott vom AlPan-Duo kam dieses Konzert überhaupt zustande – das Duo Kurt Ott und Käthy Kaufmann hat kaum Gage verlangt. Es war nicht der erste Benefizanlass, der vom weitherum bekannten «Trompeten-Peter» organisiert wurde. So hat er beispielsweise für Procap einen Anlass auf die Beine gestellt. Procap ist ein Netzwerk für Menschen mit Handicap, bei dem Hochreutener selbst Mitglied ist. Bei diesem Anlass kamen einige Sportlergrössen wie zum Beispiel Sandra Graf, Heinz Frei und Louis Hurni aus Goldach. Nach dem Anlass waren rund 4500 Franken in der Kasse und Hochreutener wurde nach Bern eingeladen, um bei den Paralympics Alphorn zu spielen. «Es war ein gutes Erlebnis und hat mir Spass gemacht», so der Musiker. Der Aufwand, den ein solcher Anlass mit sich bringt, ist gross. Doch mit seiner Erfahrung weiss sich Hochreutener zu organisieren. «Da bin ich tatsächlich ein alter Fuchs, was Organisation anbelangt», so Hochreutener schmunzelnd.

«Es gibt auch traurige Momente»

Peter Hochreutener ist ein viel beschäftigter Mann – er organisiert Benefizanlässe und gibt für jugendliche ab 8 bis zum Lehrende kostenlos Alphorn- und Trompetenunterricht. Er strahlt Freundlichkeit und Ruhe aus. Es scheint, als könne kaum etwas seine gute Laune trüben. Doch dies stimmt nicht ganz. Seit 2008 sitzt er im Rollstuhl, ist dreifach gelähmt, da die fünfte Hirntumor- Operation nicht wunschgemäss verlief. Er erzählt, ihm werde oft nachgesagt, er sei ein Kind der Fröhlichkeit. «Das kann man aber nicht immer so sagen. Es gibt viele traurige Momente, da ich mit meiner dreifachen Lähmung vieles nicht mehr machen kann. Wenn ich die Unterstützung und Liebe meiner Frau und meinen Töchtern nicht hätte, könnte ich gar nicht so vieles organisieren und tun», erzählt er nachdenklich.

Kampf gegen die Wut und mit der Geduld

Er sagt, es brauche enorm viel Geduld und es sei schwierig, diese jeden Tag aufs Neue aufzubringen. Ausserdem kämpfe man immer wieder einmal gegen die Wut im Bauch. «Ich war ein Mensch, der immer 150 Prozent gegeben hat, bei allem, was mir am Herzen lag. Ich kämpfe daher oft mit der Geduld», sagt der Alphornlehrer. Die Musik gibt ihm Kraft und Freude. Oft müsse er Anfragen für ein Alphornspiel absagen, da der Aufwand zu gross wäre, dahin zu kommen. «Wenn ich daran denke, wie viel ich früher herumgekommen bin, stimmt mich das schon nachdenklich», so Hochreutener. Dennoch käme, wie es scheint, aufgeben niemals in Frage. «Ich bin zwar handicapiert, aber mein Geist ist enorm präsent. Das ist mein grosses Glück. So kann ich das alles schaffen – der Musikunterricht, die Benefizkonzerte das alltägliche Leben und die Freizeit», sagt Hochreutener.

Ein Mann, der vor Energie zu strotzen scheint

Auch wenn er selbst manchmal hadert, so schafft er es doch, den Leuten Mut zuzusprechen. «Ich sage immer: Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist. Ich freue mich, wenn ich jemanden aufbauen kann. Das gibt mir auch viel Positives», meint Hochreutener. Man kann auf jeden Fall sagen, er ist ein Mann, der vor Energie zu strotzen scheint und immer mit irgendetwas beschäftigt ist. Bereits eine Woche nach dem erfolgreichen Benefizkonzert ist er wieder mit organisieren beschäftigt. «Ich helfe gerade bei der Organisation der Rugby-Rollstuhl Schweizer Meisterschaft, die in Rorschacherberg stattfinden wird. Das wird auch was ganz Tolles!», schwärmt er.

⋌Stefanie Rohner
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